Hertie-Stiftung und FENS verleihen den Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2023 an Mackenzie W. Mathis und Alexander Mathis

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Frankfurt/Brüssel (ots) –

Anlässlich des morgigen World Brain Day geben die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die Federation of European Neuroscience Societies (FENS) die Gewinner des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2023 bekannt: Prof. Dr. Mackenzie W. Mathis und Prof. Dr. Alexander Mathis erhalten die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Computational Behavioral Neuroscience. Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wird alle zwei Jahre an herausragende junge Wissenschaftler in der Hirnforschung verliehen.

Mackenzie W. Mathis und Alexander Mathis sind Assistenzprofessoren am Brain Mind Institute, School of Life Sciences (École Polytechnique Fédérale de Lausanne), wo sie ihre Forschungsgruppen leiten. Der Schwerpunkt ihrer gemeinsamen Arbeit liegt auf der Entdeckung der theoretischen und neuronalen Grundlagen der Mechanismen, die dem adaptiven Verhalten intelligenter Systeme zugrunde liegen. Unter anderem haben sie DeepLabCut entwickelt, das erste Computer-Vision-Tool zur Voraussage von Bewegungen von Tieren, das nur wenige Eingabedaten benötigt. Dieses Tool gilt als Durchbruch in den Biowissenschaften und wird in über 1.000 führenden Unternehmen, Instituten und Universitäten auf der ganzen Welt eingesetzt.

„Mackenzie und Alexander Mathis haben herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Verhaltensneurowissenschaften geleistet – zum ersten Mal in der Geschichte des Preises ehren wir zwei Neurowissenschaftler gemeinsam“, erklärt Dr. Astrid Proksch, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Mit dem Eric Kandel Young Neuroscientists Prize möchten wir ihre herausragende Arbeit unterstützen und ihre wissenschaftliche Karriere fördern.“

Mackenzie und Alexander Mathis über ihre Auszeichnung: „Wir fühlen uns zutiefst geehrt von der Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit an der Entwicklung von computergestützten Tools zur Erforschung von Tierverhalten. Wir danken der Hertie-Stiftung und FENS sowie all den Nutzern unserer Open-Source-Tools, die es uns ermöglichen, an vielen spannenden neurowissenschaftlichen Entdeckungen mitzuwirken.“

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize – benannt nach dem amerikanischen Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Eric Kandel – wird offiziell am 28. Juni 2024 beim FENS Forum in Wien verliehen, wo die Preisträger die Eric Kandel Prize Lecture halten werden. Die Hertie-Stiftung und FENS vergeben den mit 100.000 Euro dotierten Preis bereits zum achten Mal. 50.000 Euro davon sind für den Aufbau einer wissenschaftlichen Kooperation vorgesehen. Die Preisjury besteht aus neun weltweit führenden Hirnforschern, darunter drei Nobelpreisträger für Medizin.

Prof. Irene Tracey, Präsidentin der FENS: „Im Namen der FENS gratuliere ich Mackenzie und Alexander Mathis herzlich zur Verleihung des prestigeträchtigen Eric Kandel Young Neuroscientists Prize für ihre außergewöhnlichen Leistungen bei der Förderung unseres Verständnisses von adaptivem Tierverhalten durch die Entwicklung neuer Instrumente und neuartiger Paradigmen. Der Preis ist ein wichtiger Beitrag zur Anerkennung herausragender Forschung in Europa und zur Unterstützung junger Neurowissenschaftler bei der Förderung ihrer Karriere.“

Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wird seit 2010 alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung in Kooperation mit FENS ausgeschrieben und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger.

Weitere Informationen: www.ghst.de/kandel

Prof. Dr. Mackenzie W. Mathis, geboren in Kalifornien, USA, ist Inhaberin des Bertarelli-Stiftungslehrstuhls für Integrative Neurowissenschaften an der EPFL. Zuvor leitete sie als Rowland Fellow (2017-2020) ihr eigenes Labor an der Harvard University und schloss 2017 ihre Doktorandenausbildung an der Harvard University ab. Sie ist zudem ELLIS-Stipendiatin, Vallee-Stipendiatin und ehemalige NSF-Graduiertenstipendiatin. Über ihre Arbeit wurde u.a. in Nature, Bloomberg BusinessWeek und The Atlantic berichtet.

Prof. Dr. Alexander Mathis, geboren in Bregenz, Österreich, ist Assistenzprofessor an der EPFL für Computational Neuroscience und KI. Zuvor war er Marie-Curie-Stipendiat an der Harvard University und an der Universität Tübingen. Er schloss seine Doktorandenausbildung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) im Jahr 2012 ab, nachdem er zuvor Mathematik an der LMU studiert hatte. Über seine Arbeit wurde bereits in Nature, The Atlantic und Quanta Magazine berichtet.

Hertie-Stiftung Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Fokus stehen dabei immer der Mensch und die konkrete Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhauskonzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts. www.ghst.de

FENS Die Federation of European Neuroscience Societies (FENS) ist die wichtigste Organisation für Neurowissenschaften in Europa. Sie wurde 1998 auf dem ersten Forum of European Neuroscience gegründet. Heute vertritt sie 43 europäische nationale und monodisziplinäre Mitgliedsgesellschaften mit 22.000 Mitgliedern aus 33 europäischen Ländern. www.fens.org

Pressekontakt:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Kommunikation
Carmen Jacobi, Tel. +49 (0)69 66 07 56 155
[email protected]
www.ghst.de FENS, Kommunikation
Daniel Djamo, PhD
Leiter Kommunikation
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Original-Content von: Gemeinnützige Hertie-Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots