WEISSER RING begrüßt hessisches Vorhaben für besseren Opferschutz / Dr. Patrick Liesching: „Elektronische Fußfessel kann Leben retten“

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Mainz (ots) –

Der WEISSE RING begrüßt, dass sich Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Justizminister Roman Poseck (CDU) für einen stärkeren Schutz von Frauen und für die elektronische Aufenthaltsüberwachung von Gewalttätern aussprechen. Bei einem Besuch in der Gemeinsamen elektronischen Überwachungsstelle der Länder (GÜL) informierten sie sich am Freitag über die Anwendungsmöglichkeiten der Fußfessel. „Die GÜL übernimmt eine äußerst wichtige Aufgabe im Bereich der elektronischen Aufenthaltsüberwachung. Sie ist ein Erfolgsprojekt, an dem alle Länder Anteil haben. Daran können wir anknüpfen“, sagte Rhein.

Der Bundesvorsitzende des WEISSEN RINGS Dr. Patrick Liesching unterstützt das Vorhaben: „Ich bin froh, dass das Thema politisch endlich Fahrt aufnimmt, aber ich werde weiterhin beobachten, wie sich die Umsetzung entwickelt. Ich kann nur betonen, dass wir die elektronische Aufenthaltsüberwachung unbedingt brauchen. Wir kennen eine Reihe von Fällen, in denen gerichtliche Näherungsverbote ausgesprochen wurden und es trotzdem zu einer Tötung kam. Die elektronische Fußfessel kann Leben retten.“

Fast alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Mensch Opfer von häuslicher Gewalt. 157.818 Fälle von Gewalt in Partnerschaften wurden 2022 bei der Polizei angezeigt, 133 Frauen sind durch ihre (Ex-)Partner getötet worden. Das geht aus dem im Juli vorgestellten Lagebild von Bundesinnenministerium, Bundesfamilienministerium und Bundeskriminalamt hervor.

„Wir machen uns seit langem für den Einsatz der elektronischen Fußfessel stark. Der Schutz von Frauen ist eines unserer wichtigsten Themen beim WEISSEN RING“, sagt Dr. Patrick Liesching, Bundesvorsitzender des WEISSEN RINGS. „Anfang des Jahres 2022 haben wir einen Brandbrief an die Politik geschrieben und den Einsatz der Fußfessel gefordert. Ich werde mit all meiner Kraft weiter dafür kämpfen, dass sich der Schutz von Frauen endlich verbessert“, so Liesching.

Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als „Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V.“. Er ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Der Verein unterhält ein Netz von fast 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und -helfern in bundesweit 400 Außenstellen, beim Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. Der WEISSE RING hat mehr als 100.000 Förderer und ist in 18 Landesverbände gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen Fragen der Opferhilfe. Der Verein finanziert seine Tätigkeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängten Geldbußen. Der WEISSE RING erhält keinerlei staatliche Mittel.

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Quelle: ots