SoVD fordert: „Nicht ohne uns über uns“ / Soziale und psychologische Auswirkungen nicht ignorieren

Berlin (ots) – „Unabhängig davon, ob der Lockdown weiter verlängert wird oder nicht, bin ich davon überzeugt, dass wir noch eine ganze Weile mit dem Coronavirus werden leben müssen. Umso wichtiger ist es, dass die Verantwortlichen bei der Auswertung der Wirksamkeit aller Maßnahmen auch darauf schauen, was sie mit den Menschen machen“, sagt SoVD-Präsident Adolf Bauer mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch. Und er fügt hinzu: „Wir haben unsere Beratungsstellen um ein aktuelles Stimmungsbild unter unseren Mitgliedern gebeten. Das erschreckende Ergebnis: Die großen existenziellen Sorgen, die mit den Auswirkungen der getroffenen Krisenbekämpfungsmaßnahmen zusammenhängen, sind ebenso groß wie die Angst vor dem Virus.“

Aus Sicht des SoVD hat die Bekämpfung des Virus und somit auch der Schutz der besonders gefährdeten Personengruppen ohne Frage oberste Priorität. „Dennoch muss regelmäßig sehr genau abgewogen werden“, so Bauer. Mit Sorge beobachtet der SoVD zudem, dass auch die psychische Belastung durch die andauernden Einschränkungen, insbesondere für sozial benachteiligte Menschen, immer mehr zunimmt. „Laufende Therapien, sei es im psychotherapeutischen oder psychologischen Bereich, können nicht im erforderlichen Umfang und vor allem nur noch online oder telefonisch stattfinden. Das führt zu einer großen Belastung bei den Betroffenen“, erklärt Bauer. Hinzu kommt, dass während der Corona-Pandemie Einsamkeitsgefühle im Vergleich zu 2017 erheblich zugenommen haben. „Wir haben im Dezember 2020 eine Studie vorgestellt, die unter anderem belegt, dass junge Erwachsene, Kinder und Alleinerziehende während der Corona-Pandemie überdurchschnittlich häufig von Einsamkeitsgefühlen geplagt sind. Das dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren“, so Bauer.

Der SoVD fordert, dass die aktuellen Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die benachteiligten Gruppen besonders in den Blick genommen werden. Ganz im Sinne des Grundsatzes ,Nichts über uns ohne uns‘ sollte dazu ein regelmäßiger Austausch mit Vertreter*innen der besonders betroffenen Personengruppen stattfinden. Darüber hinaus fordert Bauer: „Egal, was am Mittwoch beschlossen wird, wir brauchen endlich einen Plan, wie Schulen, Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen im Präsenzbetrieb unter Corona-Bedingungen betrieben werden können.“

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Quelle: ots

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