Landtagswahl NRW: FDP setzt in der Pflege auf einjährige Ausbildung und Robotik / health tv-Talk „Wir wählen Gesundheit“

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Hürth / Köln (ots) –

Die FDP möchte die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche voranbringen, bestätigt Susanne Schneider, die gesundheitspolitische Sprecherin der Landes-FDP, in der Sendung „Wir wählen Gesundheit.“ Laut Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes Dortmund, ist das in seinem Fachbereich dringend nötig. So sieht Renken in der bundesweit angebotenen Computersoftware für Gesundheitsämter, SORMAS bisher keinen Gewinn: „Hier wird etwas beworben, was nicht funktioniert. Wir sind es den Entwicklern nicht wert, ein Produkt in den Markt zu bringen, das funktioniert.“

Mehr Personal in der Pflege und Konzentration der Fachkompetenz bei Krankenhäusern waren weitere zentrale Themen der Sendung, die vorab auf dem YouTube-Channel (https://www.youtube.com/watch?v=ZC782txiL7w) von health tv zu sehen ist und im linearen Fernsehen am Sonntag um 13 Uhr ausgestrahlt wird.

Gesundheitsämter: keine Vernetzung möglich – SORMAS weiter mit Mängeln

„SORMAS ist nicht in der Lage, Gesundheitsämter kommunizieren zu lassen, das ist ein Unding“ kritisiert Dr. Frank Renken das IT-Managementsystem und erklärt weiter: „Wir müssen auf andere Kanäle zur schnellen Kommunikation ausweichen, immer noch Emails schreiben“. Susanne Schneider sagt, dass die bundesweite Einführung des Softwareprogramms für Gesundheitsämter in Zeiten der Pandemie eine Herausforderung war. Sie sieht darin eine Chance zur Digitalisierung und erklärt „wir müssen den Weg weiter gehen und die Vorteile aufzeigen“.

Eine weitere wichtige Schnittstelle wolle die FDP mit der Umstrukturierung des Landeszentrums für Gesundheit in ²das Landesgesundheitsamt mit erweiterten Kompetenzen“ schaffen. „Die Pandemie hat uns gezeigt, wo es überall hakt und dass wir eine Stelle brauchen, wo alles vernünftig zusammengeführt wird“, so Schneider. Dr. Frank Renken, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes NRW, unterstützt diese Einrichtung vehement: „Wir warten und fordern seit 15 Jahren ein Gesundheitsamt auf Landesebene und sind glücklich mit jedem noch so kleinen Schritt, der in diese Richtung geht.“

Pflege: Pflegeberuf muss attraktiver werden

Bessere Arbeitsbedingungen für das Personal im Pflegebereich ist ein Ziel der FDP. So sieht Schneider eine Chance in der stärkeren Digitalisierung durch intelligente Krankenhausbetten und Robotik. „Es fehlt an Personal, das ist das wichtigste“, erklärt Andreas Hustadt, Vorsitzender des Medizinischen Dienstes Nordrhein, der unter anderem jährliche Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen durchführt. „Die Pflegeberufe müssen attraktiver werden und vor allem gut bezahlt werden,“ so Hustadt. Weiterhin sei wichtig, dem bestehenden Personal die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. „Die Menschen verlassen die Pflege wegen der Schichtdienste.“ Der Volkswirt sieht hier dringenden Handlungsbedarf und weist darauf hin, „dass im kommenden Jahr zehn Prozent mehr Anträge auf Pflege kommen werden, davon fünf Prozent Neuanträge.“ Susanne Schneider sieht in einer verkürzten Ausbildung, eine Chance, dem Engpass zu begegnen. „Wir haben festgestellt, dass man nicht für alle Tätigkeiten die dreijährige Pflegeausbildung benötigt.“ Eine einjährige Ausbildung würde Menschen den Pflegeberuf ermöglichen, die eine dreijährige „sehr komplexe und hochtechnische“ Ausbildung nicht leisten können.

Krankenhausplanung: Konzentration auf Leistungserbringer

„Wir wollen die Qualität verbessern“, erklärt Gesundheitspolitikerin Schneider. „Es macht keinen Sinn, dass ein Krankenhaus 100 Hüften im Monat macht und ein anderes zehn Kilometer weiter nur zehn. Das ist Blödsinn.“ Hier müsse mehr Struktur reinkommen und „vor allem muss der ländliche Raum besser angebunden werden“, so Schneider weiter. Andreas Hustadt attestiert dem Gebiet Nordrhein eine breite und gut aufgestellte Versorgungsstruktur. Er rät „den Weg der Konzentration auf Fachzentren weiterzugehen“, weist aber gleichzeitig auf Personalprobleme hin. Die Strukturprüfung habe ergeben: „Wenn Krankenhäuser Leistungen beantragen, um hochqualifizierte Leistungszentren zu werden, scheitert es häufig daran, dass sie zu wenig Fachpersonal, wie Psychotherapeuten oder Ergotherapeuten haben, um eine gute Behandlungsqualität zu garantieren.“

Der von Birgit Lechtermann moderierte Talk ist Teil der neuen Staffel von „Wir wählen Gesundheit“. Im Austausch mit Landespolitikern und Experten aus der Praxis beleuchtet health tv, für welche Gesundheitspolitik CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei bei der NRW-Wahl am 15. Mai 2022 antreten.

Sendetermin

„Wir wählen Gesundheit – Landtagswahl in NRW“, Gesundheitspolitische Ziele der Grünen, Sonntag, 1. Mai 2022, 13 Uhr (Wdhl., Montag, 19 Uhr), vorab bei YouTube.

Über health tv

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Quelle: ots