Tausendste Nierentransplantation am Universitätsklinikum Gießen

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Gießen (ots) –

Am 1. Dezember 2021 wurde die tausendste Nierentransplantation im Transplantationszentrum Gießen durchgeführt. Es handelte sich um eine Lebendnierenspende, ein wirklich großartiges Geschenk, für eine 69-jährige Patientin durch ihren 68-jährigen Ehemann.

Das Ehepaar passt auch von Seiten der Gewebeverträglichkeit hervorragend zusammen: Acht von zwölf der wichtigen Klasse II Gewebemerkmale (HLA) stimmen überein und senken das ohnehin niedrige Abstoßungsrisiko weiter. Interessanterweise sprechen wissenschaftliche Ergebnisse dafür, dass bei der exzellenten HLA-Verträglichkeit mehr als Zufall im Spiel ist. Die Spendernierenentnahme und die Transplantation waren von Prof. Dr. Winfried Padberg und seinem Team komplikationslos durchgeführt worden, in Kooperation mit dem Team der Anästhesie (Prof. Dr. Michael Sander) und der Transplantationsnephrologie (Prof. Dr. Rolf Weimer) sowie einer Reihe weiterer an der Transplantation beteiligter Bereiche wie der Klinischen Immunologie (Prof. Dr. Gregor Bein), der Medizinischen Virologie (Prof. Dr. John Ziebuhr, Dr. Christian G. Schüttler), der Klinischen Chemie (Prof. Dr. Harald Renz, Privatdozentin Dr. Chrysanthi Skevaki) und einer Reihe weiterer Institute des Klinikums. Spender und Empfängerin sind wohlauf. Beide haben jetzt eine sehr gute Nierenfunktion. Die verbliebene Niere des Spenders hat einen Teil der Nierenfunktion der gespendeten Niere übernommen, so dass jetzt wieder eine normale Gesamtfunktion vorliegt. Die Empfängerin musste seit dem 22. Oktober diesen Jahres im Dialysezentrum Dillenburg mit der künstlichen Niere über einen sogenannten Dialysekatheter behandelt werden, der jetzt wieder entfernt werden kann. Die Dialysebehandlung war nach der Transplantation nicht mehr erforderlich. Die Spenderniere hatte bereits in der Nacht nach der Transplantation eine sehr gute Funktion aufgenommen, so dass bereits nach einem Tag ein fast normaler Nierenwert im Blut der Patientin gemessen werden konnte. Spender und Empfängerin konnten vor Transplantation erfolgreich gegen Coronaviren geimpft werden. Dies ist ganz besonders für die Empfängerin wichtig, die nach der Transplantation voraussichtlich keine gute Impfantwort ausgebildet hätte.

Am Universitätsklinikum Gießen wurden seit 1993 jetzt 1.000 Nieren transplantiert, davon 341 nach Lebendnierenspende (davon 59 seit 2007 gegen die Blutgruppengrenzen) und 659 nach postmortaler Spende (Vermittlung der Nieren über Eurotransplant). Von den 659 postmortalen Transplantationen wurden 53 im Rahmen simultaner Insel-Nierentransplantationen bei Typ I Diabetikern durchgeführt. Gießen und Frankfurt führen in Hessen die meisten Lebendnierentransplantationen durch. Gießen kann hervorragende Ergebnisse vorweisen. So liegt das Transplantatüberleben nach Lebendspende nach fünf Jahren 5 Prozent und nach zehn Jahren 8 Prozent über dem internationalen Schnitt. Bei Blutgruppen-inkompatiblen Lebendnierentransplantationen gehört Gießen zu den erfahrensten deutschen Zentren.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses ersten privatisierten Universitätsklinikums in der bundesdeutschen Geschichte und hat seitdem über 680 Millionen Euro an Eigenmitteln dort investiert. Die 10.900 Beschäftigten versorgen jährlich rund um die Uhr über 96.000 stationäre und 401.000 ambulante, sprich insgesamt 497.000 Patienten. In Gießen und Marburg stehen 2.330 Betten und 57 Operationssäle für modernste Diagnostik und umfassende Therapie und Behandlung auf internationalem Niveau zur Verfügung. www.ukgm.de

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Quelle: ots