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	<title>Insolvenz &#8211; Nationale Kommunikationsstelle Barrierefrei im Alltag</title>
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		<title>Pflegeunternehmen stehen vor Pleitewelle &#8211; Experte verrät, warum der Fachkräftemangel dafür verantwortlich ist und was jetzt zu tun ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tanja Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Feb 2024 10:58:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hannover (ots) &#8211; Pflegeunternehmen in ganz Deutschland stehen vor einer ernstzunehmenden Krise: eine drohende Pleitewelle, angetrieben durch den offensichtlichen Fachkräftemangel in der Branche. Das Kernproblem liegt darin, dass Betten in vielen Pflegeheimen unbesetzt bleiben &#8211; ein direktes Resultat des Mangels. &#8222;Ein Pflegeheim benötigt eine Auslastung von mindestens 95 Prozent, um wirtschaftlich rentabel zu sein&#8220;, erklärt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hannover (ots) &#8211; </p>
<p>Pflegeunternehmen in ganz Deutschland stehen vor einer ernstzunehmenden Krise: eine drohende Pleitewelle, angetrieben durch den offensichtlichen Fachkräftemangel in der Branche. Das Kernproblem liegt darin, dass Betten in vielen Pflegeheimen unbesetzt bleiben &#8211; ein direktes Resultat des Mangels. </p>
<p>&#8222;Ein Pflegeheim benötigt eine Auslastung von mindestens 95 Prozent, um wirtschaftlich rentabel zu sein&#8220;, erklärt Max Grinda, ein anerkannter Experte in der Beratung von Pflegeunternehmen. &#8222;In der Pflegebranche wird leider oft übersehen, dass der Fachkräftemangel nicht nur ein quantitatives, sondern auch ein qualitatives Problem ist. Es geht also nicht nur darum, genügend Personal zu finden, sondern auch darum, die richtigen Leute an Bord zu holen und zu halten.&#8220; Max Grinda, der bereits über 300 Pflegeeinrichtungen beraten hat, betont die Dringlichkeit, nicht nur den Mangel zu bekämpfen, sondern auch die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Wie Pflegeunternehmen ihre Situation ändern können, verrät er in diesem Beitrag. </p>
<p>Das sagt die Statistik über den Pflegemangel</p>
<p>Eine aktuelle Statistik von Pflegemarkt.com im Oktober 2023 zeigt: Pflegeunternehmen in ganz Deutschland sind von Insolvenzen und Schließungen betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der betroffenen Einrichtungen erheblich an. So mussten insgesamt 300 Pflegeunternehmen mit 22.000 Pflegeplätzen sowie 210 Pflegedienste mit 10.500 Versorgungen Insolvenz anmelden &#8211; im Vorjahr gab es lediglich 74 solcher Meldungen. Es ist daher ein deutlicher Anstieg betroffener Einrichtungen und ambulanter Dienste zu verzeichnen, was erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtmarkt mit sich bringt. </p>
<p>Der Arbeitgeberverband Pflege gibt das Szenario ähnlich gravierend wieder: Am 15. Januar 2024 präsentierte dieser eine Deutschlandkarte des &#8222;Heimsterbens&#8220;, die eine Übersicht zu Insolvenzen und Schließungen in der Altenpflege veranschaulicht. Insgesamt sind hier über 800 Fälle von Angebotseinschränkungen, Insolvenzen und Schließungen in der Altenpflege dokumentiert. Der Verband kritisiert die Passivität der Kassen und der Politik gegenüber diesem &#8222;Heimsterben&#8220; und fordert sofortige Maßnahmen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. </p>
<p>Grundlegende Herausforderungen für Pflegeunternehmen</p>
<p>Ein zentraler Faktor in der aktuellen Krise ist der Mangel an qualifiziertem Personal. Doch auch die Sicherung der Liquidität und der Finanzierung sind entscheidende Herausforderungen. Die Politik, die Pflegekassen und die Sozialämter scheinen diesem Problem weitgehend gleichgültig gegenüberzustehen. Die Pflegekassen weigern sich, Preissteigerungen für Heime und Pflegedienste anzuerkennen, obwohl die Inflation überall spürbar ist. Hinzu kommt, dass Sozialämter die Begleichung offener Rechnungen bei Pflegeeinrichtungen unangemessen aufschieben, obwohl Pflegeunternehmen oft auf die Zahlungen der Sozialämter angewiesen sind. Die Folge sind erhebliche Liquiditätsengpässe. Für Pflegeunternehmen und Pflegedienste ist es, angesichts der Einschränkungen durch die Haltung der Pflegekassen und gesetzlichen Änderungen, schwer, in dieser Situation angemessen zu agieren. </p>
<p>Auf verschiedenen Ebenen Kosten einsparen</p>
<p>Es ist nun an den Pflegeunternehmen, zielführende Strategien zur Bewältigung der aktuellen Krise zu entwickeln. In erster Linie muss es darum gehen, Betten schnell wieder zu belegen &#8211; schließlich verursacht jedes unbelegte Bett beziehungsweise Zimmer Kosten. Konkret bedeutet das, auch nach dem Ableben eines Patienten für eine schnelle Renovierung zu sorgen: Eigene Hausmeister und Haustechniker können hier den schnellen Bezug der jeweiligen Zimmer gewährleisten. </p>
<p>Kosten müssen allerdings auch im Bereich Recruiting gebündelt werden: Dazu gilt es zunächst, alle Maßnahmen in diesem Bereich messbar zu machen. Es muss also genau erfasst werden, wie viele Bewerbungen über welche Quelle eingehen und wie viele Bewerbungen davon tatsächlich von Fachkräften kommen &#8211; schließlich sind es am Ende ebendiese, die Pflegeunternehmen für sich gewinnen wollen. Anhand dieser Daten können sowohl erfolgreiche Strategien als auch mögliches Verbesserungspotenzial identifiziert werden, um Nachjustierungen vorzunehmen und bessere Ergebnisse zu erzielen. </p>
<p>Sinnvolle Kombination von Recruiting-Tools</p>
<p>Neben der Bündelung der Recruiting-Kosten ist es auch wichtig, effiziente Recruiting-Tools einzusetzen. Grundsätzlich sollte dabei davon abgesehen werden, sich nur auf eine Methode zu fokussieren. Stattdessen ist es ratsam, verschiedene Möglichkeiten in Kombination zu nutzen, um das volle Potenzial auszuschöpfen und bestmögliche Resultate zu erzielen. Darüber hinaus sollte auch das Verhalten der Wettbewerber in die eigene Strategie einbezogen werden: Schließlich ist es in Anbetracht der Vielzahl an Konkurrenten unabdinglich, aus der Masse herauszustechen und die beste Option für potenzielle Kräfte darzustellen. </p>
<p>Positives Image aufbauen</p>
<p>Für heutige Fachkräfte ist auch das Image der Pflegeunternehmen von entscheidender Bedeutung. Viele Einrichtungen kümmern sich kaum darum, ein positives Image nach außen zu kommunizieren. Dabei wäre genau das wichtig, um neue Mitarbeiter zu überzeugen, die nach attraktiven Berufsmöglichkeiten suchen. Trotz der Überzeugung einiger Einrichtungen, bereits gut aufgestellt zu sein, zeigt eine genauere Betrachtung, dass das oft nicht der Fall ist. Der Grund: Oberflächliche Kampagnen in den sozialen Medien überzeugen in der heutigen Zeit kaum mehr potenzielle Bewerber. Statt 08/15-Anzeigen zu schalten, bietet es sich beispielsweise an, bestehendes Personal einzubinden, das über die Tätigkeit und das Unternehmen spricht. Am Ende überzeugt schließlich nichts mehr, als die ehrlichen Stimmen bestehender Mitarbeiter. Wer dann noch mit einem digitalisierten und möglichst hürdenfreien Bewerbungsprozess aufwartet, erhöht seine Chancen auf neue Kräfte messbar. </p>
<p>Druck auf den Gesetzgeber und die Pflegekassen</p>
<p>Schließlich ist es von entscheidender Bedeutung, auch den Gesetzgeber und die Pflegekassen in die Verantwortung zu nehmen und Druck auszuüben. Es müssen mehr Initiative ergriffen und Forderungen gestellt werden, um die Pflegebedingungen zu verbessern. Eine Option wäre zum Beispiel, die Pflegekassen dazu zu bewegen, sich stärker an den Recruiting-Kosten zu beteiligen. Die derzeitigen Beträge sind in dieser Hinsicht nur unzureichend. Des Weiteren braucht es eine Zusammenarbeit der Pflegekammern und eine Neugestaltung der Regulierungen, um Veränderungen in der Pflegebranche zu erreichen und eine Verbesserung der Situation zu ermöglichen. </p>
<p>Über Max Grinda:</p>
<p>Max Grinda und Felix Hahnewald sind die Geschäftsführer von FM Recruiting. FM Recruiting hat die Mitarbeitergewinnung in der Pflege wieder einfach gemacht. Deutschlandweites Vertrauen bei stationären Pflegeheimen, Pflegediensten und Einrichtungen der Behinderten- und Eingliederungshilfe, über 300 Partnerunternehmen und mehr als 21.000 generierte Bewerbungen haben gezeigt: FM Recruiting ist der Partner für die Pflegebranche. Weitere Informationen unter: https://fm-recruiting.de/</p>
<p style='font-size: 12px'>Pressekontakt:<br />https://fm-recruiting.de/<br />
Max Grinda und Felix Hahnewald<br />
FM Consulting GmbH<br />
E-Mail: info@fm-recruiting.de</p>
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			</item>
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		<title>Experten warnen vor Abwärtsspirale im Gesundheitswesen</title>
		<link>https://natko.de/experten-warnen-vor-abwaertsspirale-im-gesundheitswesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tanja Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2023 08:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Ärzte]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin (ots) &#8211; Die medizinische Versorgung in Deutschland wird sich nach Ansicht von Experten spürbar verschlechtern. Als Hauptgrund sehen Interessenvertreter der Ärzteschaft sowie der Krankenhäuser eine fehlgeleitete Gesundheitspolitik der Ampel. Die seit Monaten befürchtete Welle von Klinikinsolvenzen sei inzwischen im Gange. Fast 70 Prozent der deutschen Krankenhäuser gehen laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin (ots) &#8211; </p>
<p>Die medizinische Versorgung in Deutschland wird sich nach Ansicht von Experten spürbar verschlechtern. Als Hauptgrund sehen Interessenvertreter der Ärzteschaft sowie der Krankenhäuser eine fehlgeleitete Gesundheitspolitik der Ampel. Die seit Monaten befürchtete Welle von Klinikinsolvenzen sei inzwischen im Gange. Fast 70 Prozent der deutschen Krankenhäuser gehen laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) davon aus, dass ihre Existenz kurz- oder mittelfristig gefährdet ist. Im ambulanten Bereich sind Tausende von Arztsitzen vakant. Hausärzte finden &#8211; besonders in ländlichen Regionen &#8211; nur schwer Nachfolger. Der gesundheitspolitische Experte Frank Rudolph, Geschäftsführer des Bundesverbandes Verrechnungsstellen Gesundheit e.V., warnt, dass die politischen Weichenstellungen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf eine schleichende Verstaatlichung des deutschen Gesundheitswesen hinauslaufen. </p>
<p>Fehlgeleitete Politik auf dem Rücken von Kranken</p>
<p>Von Frank Rudolph </p>
<p>Schmerzhafte Krämpfe und fast 40 Fieber. Der Rettungsdienst winkt ab: Nicht schlimm genug. Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst ist das Telefon dauerbesetzt. Das nächste Krankenhaus? Zwei Autostunden entfernt. Wartezeit dort? Mindestens fünf Stunden. Die Hausärztin? Hat schon vor zwei Monaten ihre Praxis dicht gemacht. Kein Nachfolger in Sicht. Termine beim Facharzt? Fragen Sie nächstes Jahr mal wieder nach. Von solchen Horrorszenarien mögen wir noch ein Stück entfernt sein. Doch die Abwärtsspirale, in die Deutschlands Gesundheitswesen aufgrund einer fehlgeleiteten Politik geraten ist, nimmt Fahrt auf. </p>
<p>Krankenhäuser in Existenznot </p>
<p>Viele Kliniken blicken sorgenvoll in die Zukunft. Zugleich sehen sie die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) betriebene Krankenhausreform mit großer Skepsis, wie eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) ergab. Fast 70 Prozent sehen demnach ihre Existenz kurz- oder mittelfristig gefährdet. </p>
<p>Kaum eine Woche ohne Hiobsbotschaften: &#8222;Städtisches Krankenhaus Kiel: Dramatische Situation&#8220;, &#8222;Krankenhäuser in Finanznot: Alarmstufe dunkelrot&#8220;, &#8222;Sprunghafter Anstieg bei Klinik-Insolvenzen&#8220;, &#8222;NRW: Schon neun Krankenhäuser haben Insolvenzverfahren beantragt&#8220;. Nicht weniger beunruhigend sind die Nachrichten aus dem niedergelassenen Bereich: &#8222;Berliner Ärzte beklagen Praxissterben: Gesundheitsversorgung in akuter Gefahr&#8220;,&#8220;Ambulante Versorgung gefährdet&#8220;, &#8222;1.100 Arztsitze in Baden-Württemberg vakant&#8220;, &#8222;Bundesweit fehlen 4.000 Hausärzte&#8220;. </p>
<p>Im Gesundheitswesen läuten Alarmglocken </p>
<p>Die lange Reihe der Negativschlagzeilen macht deutlich, dass Deutschlands Gesundheitswesen einen schmerzhaften Niedergang erlebt. Zehntausende gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten zwischen Rügen und Schwarzwald, zwischen Alpen und Nordsee bekommen die Folgen bereits zu spüren. Krankenhausdirektoren und Verbandsfunktionäre, Ärzte- und Patientenvertreter, auch Landesregierungen und viele Gesundheitspolitiker läuten Alarmglocken. </p>
<p>Proteste gegen Klinikschließungen und Praxissterben</p>
<p>In den zurückliegenden Wochen haben Tausende Krankenhausmitarbeiter ihrem Ärger auf der Straße Luft gemacht. Auch Zehntausende Bürgerinnen und Bürger haben gegen Klinikschließungen und Praxissterben protestiert. Überall in Deutschland folgten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Anfang Oktober einem Aufruf des Virchowbundes und ließen Haus- und Facharztpraxen für mehrere Stunden geschlossen. Die Protestkampagne &#8222;Praxis in Not&#8220; dauert an. Weitere zeitweilige Schließungen werden vorbereitet. </p>
<p>&#8222;Die Praxen sind durch verschiedenste Regelungen, insbesondere aber auch durch Beschränkungen der Abrechnungsmöglichkeiten, mittlerweile so stranguliert, dass sie Leistungen einschränken müssen, weil sie das nicht mehr finanzieren können&#8220;, sagt der Virchowbund-Vorsitzende, der HNO-Arzt Dirk Heinrich. </p>
<p>An den Protesten beteiligen sich mehrere Interessenvertretungen, darunter die Verbände der niedergelassenen Chirurgen, der HNO-Ärzte, der Dermatologen, der Orthopäden und Unfallchirurgen und der Gastroenterologen sowie der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands. </p>
<p>Mit Scheuklappen und Schaum vor dem Mund</p>
<p>Wie reagiert das Bundesgesundheitsministerium? Mit einer Mischung aus Vogel-Strauß-Taktik (Kopf in den Sand stecken), Abwimmeln, Floskeln und Täuschungsmanövern. Derweil versucht Lauterbach mit Scheuklappen vor den Augen und Schaum vor dem Mund, seine nach wie vor umstrittene Krankenhausreform durchzupeitschen. </p>
<p>Warnungen von Betroffenen werden ignoriert. Darunter auch diese von Roland Ventzke, Geschäftsführer des angeschlagenen Städtischen Krankenhauses in Kiel: &#8222;Wir befinden uns in einer für die Krankenhäuser dramatisch schwierigen wirtschaftlichen Situation. Und Herr Lauterbach schiebt das ganze Thema auf die Reform, die vor 2026 keine Wirkung zeigen wird.&#8220; </p>
<p>Viele Kliniken werden Lauterbachs Reform gar nicht mehr erleben</p>
<p>Bis dahin, so viel ist sicher, wird es viele der Kliniken, die heute noch insgesamt Zehntausende Menschen medizinisch versorgen, nicht mehr geben. Laut Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) haben innerhalb eines Zeitraums von knapp einem Jahr, beginnend im November 2022, 26 Träger mit insgesamt 34 Krankenhäusern Insolvenzanträge gestellt. </p>
<p>In mehreren Fällen konnten zwar Schließungen vermieden werden, da die örtlichen Kommunen als Retter eingesprungen sind. Doch am Abwärtstrend ändert das kaum etwas. Einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger unter den 600 größten deutschen Kliniken zufolge schreibt über die Hälfte rote Zahlen. &#8222;Wir stehen tatsächlich am Beginn eines unkontrollierten Krankenhaussterbens&#8220;, räumte Lauterbach im Sommer im Interview mit BILD ein. Er fügte hinzu: &#8222;Ohne die Reform würden wohl 25 Prozent der Krankenhäuser sterben.&#8220; </p>
<p>Das ist nichts weiter als eine Vermutung, deren Realitätsgehalt derzeit niemand seriös überprüfen kann. Ebenso gut ließe sich vermuten, dass es mit der Reform, die der Minister als &#8222;Revolution&#8220; angepriesen hat, noch viel schlimmer kommt &#8211; und weit mehr als ein Viertel der Kliniken auf der Strecke bleiben wird. </p>
<p>Transparenzgesetz ist überflüssig</p>
<p>Ironisch könnte man anmerken, dass es immerhin einen &#8222;Trost&#8220; gibt: Dank des von der Ampel-Mehrheit durch den Bundestag gebrachten Krankenhaustransparenzgesetzes sollen sich Patientinnen und Patienten künftig auf einer zentralen Internetplattform über die angebotenen Behandlungen und Qualitätsstandards der am Ende noch übrig gebliebenen Kliniken leichter informieren können. </p>
<p>In Wirklichkeit ist dieser neue Online-Qualitätsatlas überflüssig wie ein Kropf. Bereits jetzt gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich über die Qualität von Krankenhäusern und deren Therapieangebote zu informieren. Und schon heute wird niemand, der eine komplizierte Krebsoperation braucht, damit schnurstracks in das nächstbeste Landkrankenhaus gehen, sondern nach Kliniken suchen, die darauf spezialisiert sind. </p>
<p>Schritt in Richtung Staatsdirigismus</p>
<p>Gesteuert wird die neue &#8222;Transparenz&#8220; natürlich durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Unverkennbar ist das ein weiterer Schritt in Richtung Staatsdirigismus. Dafür wird auf Kosten der Steuerzahlenden ein weiteres Bürokratiemonster geschaffen. &#8222;Entgegen der gebetsmühlenartig wiederholten Ankündigung des Ministers für eine Entbürokratisierung zu sorgen, werden neue Meldepflichten ohne Mehrwert mit großem Aufwand geschaffen&#8220;, kritisiert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. </p>
<p>Nicht weniger wirklichkeitsfremd agiert das Ministerium auf die Herausforderung durch das Praxissterben. Eintausend so genannte Gesundheitskioske sollen es richten und künftig die vielerorts wegbrechende ambulante Versorgung ersetzen. Dabei kann Lauterbach weder eine solide Finanzierung dieser Schnapsidee vorweisen, noch eine nachvollziehbare Erklärung, mit welchem Personal diese Einrichtungen betrieben werden sollen. </p>
<p>Gemeindeschwester Monika statt Hausarzt</p>
<p>Zu befürchten ist, dass künftig &#8222;Gemeindeschwester Monika&#8220; &#8211; hinlänglich bekannt aus DDR-Zeiten &#8211; vielerorts den Hausarzt ersetzen soll. Unionspolitiker wie Bayerns amtierende Gesundheitsministerin Ulrike Scharf stellen sich auf die Seite der Protestierenden: &#8222;Wir brauchen stabile Praxen &#8230;, keine teuren Parallelstrukturen wie Gesundheitskioske.&#8220; </p>
<p>CDU und CSU teilen die Sorge vor einer &#8222;kalten Strukturbereinigung&#8220; und fordern, dass die Kliniken vor der praktischen Umsetzung der Krankenhausreform im Zuge eines Vorschaltgesetzes finanziell dagegen abgesichert werden, dass sie infolge der Belastungen durch die Covid-Pandemie, gestiegene Energiepreise und die hohe Inflation pleite gehen. Im Hause Lauterbach hat man dafür nur ein Schulterzucken übrig. </p>
<p>Forderung an Bundesregierung: Kurswechsel in der Gesundheitspolitik</p>
<p>Nicht nur die Kliniken, auch die freien Heilberufe klagen über politische Fehlsteuerungen. Ihre Spitzenverbände haben die Bundesregierung in einem dringenden Appell aufgerufen, einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik zu vollziehen. Andernfalls werde schon im Frühjahr 2024 eine spürbare Verschlechterung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung eintreten, warnte Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). </p>
<p>Werden die Warnungen etwas bewirken? Wohl kaum. Jedenfalls nicht, solange Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seinen Genossen Gesundheitsminister ungebremst schalten und walten lässt. Dass Lauterbach dabei seine eigene Agenda verfolgt, pfeifen die Spatzen von den Dächern des BMG. </p>
<p>Worin diese Agenda besteht, hat der Virchowbund-Vorsitzende Dirk Heinrich in einem Beitrag für die &#8222;Frankfurter Allgemeine Zeitung&#8220; herausgearbeitet: Lauterbachs &#8222;roter Faden&#8220; als langjähriger SPD-Gesundheitspolitiker führe direkt hin zu einem staatlichen Gesundheitswesen samt &#8222;Bürgerversicherung&#8220; als staatlicher Einheitskasse. </p>
<p>Lauterbachs Agenda: Verstaatlichung des Gesundheitswesens</p>
<p>Heinrich geht so weit, dem Minister vorzuwerfen, er entziehe den Arztpraxen zielgerichtet Mittel, etwa durch die Streichung der Neupatientenregelung, mit der schnellere Behandlungen neu Erkrankter erreicht worden war. Das sei kein Zufall, sondern Teil einer Strategie. Das Ziel: &#8222;Primärversorgung in kommunalen Primärversorgungszentren durch Gemeindeschwestern und den Restbestand an Hausärzten, fachärztliche Versorgung ambulant und stationär am Krankenhaus.&#8220; </p>
<p>Letztlich läuft das auf eine schleichende Verstaatlichung des deutschen Gesundheitswesen hinaus. Die Grundlagen dafür schafft Lauterbach seit er 2022 von Scholz ins Amt gerufen wurde. Die ersten Folgen dieser Art von Gesundheitspolitik erleben wir bereits. Das Ergebnis beschreibt Heinrich so: &#8222;Alles wird weniger werden. Weniger Ärzte, weniger Medizin, weniger Termine sind die absehbaren Folgen. Zu mehr Gesundheit jedenfalls führt das nicht.&#8220; Ob Stimmen wie diese irgendwann im Kanzleramt wahrgenommen werden? </p>
<p>Der Autor: Frank Rudolph (Jahrgang 1960) ist mit der Kalkulation und Abrechnung medizinischer Leistungen seit vielen Jahren vertraut. Als Geschäftsführer des Bundesverbandes Verrechnungsstellen Gesundheit e.V. (BVVG) kennt er die Folgen gesundheitspolitischer Weichenstellungen in Bund und Ländern für die medizinische Versorgung der Bevölkerung &#8211; insbesondere hinsichtlich des Verhältnisses von Kosten und Nutzen. Der in Essen geborene Betriebswirt ist Mitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU. Von 2007 bis 2013 war Rudolph Mitglied der Bundeskommission Gesundheit. Seit 2007 ist er 1. stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises der CDU NRW. </p>
<p style='font-size: 12px'>Pressekontakt:<br />Bundesverband Verrechnungsstellen Gesundheit e.V.<br />
Invalidenstraße 92, 10115 Berlin<br />
+49 30-319008-400<br />
info@bvvg-ev.de<br />
www.bvvg-ev.de<br />
Original-Content von: BVVG Bundesverband Verrechnungsstellen Gesundheit e.V., übermittelt durch news aktuell<br />Quelle: <a href="https://www.presseportal.de/nr/167623" target="_BLANK" rel="noopener">ots</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Insolvenzen sind das falsche Instrument zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser!</title>
		<link>https://natko.de/insolvenzen-sind-das-falsche-instrument-zur-zukunftssicherung-der-krankenhaeuser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tanja Schiller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 12:43:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Berlin (ots) &#8211; Die Krankenhäuser in Deutschland stehen unter Druck: Fachkräftemangel und unzureichende Finanzierung gefährden ihre Existenz. &#8222;Selbst der Bundesgesundheitsminister spricht davon, dass wir uns am Vorabend eines Krankenhaussterbens befinden&#8220;, betont Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV), anlässlich der Kundgebung der deutschen Krankenhausgesellschaft &#8218;Alarmstufe Rot, Krankenhäuser in Not&#8216; in Berlin, an der unter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin (ots) &#8211; </p>
<p>Die Krankenhäuser in Deutschland stehen unter Druck: Fachkräftemangel und unzureichende Finanzierung gefährden ihre Existenz. &#8222;Selbst der Bundesgesundheitsminister spricht davon, dass wir uns am Vorabend eines Krankenhaussterbens befinden&#8220;, betont Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV), anlässlich der Kundgebung der deutschen Krankenhausgesellschaft &#8218;Alarmstufe Rot, Krankenhäuser in Not&#8216; in Berlin, an der unter anderem der Marburger Bund, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (verdi) und der Verband Deutscher Universitätsklinika Deutschlands (VUD) teilgenommen haben. Der Bundesgesundheitsminister geht davon aus, dass nicht nur schlechte Kliniken sterben werden. Dazu Radbruch &#8222;Es werden auch Kliniken sterben, die gut sind. Und noch entscheidender: die für die Versorgung notwendig sind.&#8220; Maßnahmen, um dem Zerbröseln der Kliniklandschaft entgegenzutreten, habe der Bundesgesundheitsminister nicht, kritisiert Radbruch: &#8222;Keine Rettung, um damit sicherzustellen, dass die Reformbereitschaft der Krankenhäuser und der Bundesländer nicht erlahmt.&#8220; Stattdessen wolle der Bundesgesundheitsminister die Ökonomisierung im Gesundheitswesen zurückdrehen und schlage zeitgleich vor, den Krankenhausmarkt durch Insolvenzen zu bereinigen, da keine Gelder zur Verfügung stünden. &#8222;Gesundheit ist kein normales Konsumgut. Kranke können nicht auf eine Behandlung verzichten wie auf einen Kinobesuch, wenn das Geld fehlt. Gerade unsere evangelischen Krankenhäuser wissen, dass es ethisch geboten ist, Geld nicht zu verschwenden. Nicht, um Profit zu machen, sondern weil es das Gemeinwohl so erfordert. Die begrenzten Mittel müssten sparsam und effektiv eingesetzt werden und daher ist ein Umbau der Krankenhauslandschaft unvermeidbar&#8220;, erklärt Radbruch und stellt zugleich klar: &#8222;Aber Insolvenzrecht ist das falsche Instrument, um die Krankenhauslandschaft zukunftssicher aufzustellen.&#8220; </p>
<p>Insolvenzrisiko durch Kapitaldienste</p>
<p>Ein Insolvenzrisiko besteht auch, wenn Kliniken ihre Kredite für Investitionen nicht mehr bedienen können. In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren haben die diakonischen Krankenhäuser die unzureichenden Fördermittel der Länder dadurch kompensiert, dass sie notwendige Investitionen über Kredite finanziert haben. Die daraus entstandenen Kapitalkosten wurden aus dem variablen Ergebnis der Betriebsmittel bedient und die aus den Effizienzreserven gewonnenen Überschüsse wurden reinvestiert. Dabei haben die Häuser darauf geachtet, nur benötigte Leistungen anzubieten und nicht notwendige Kosten zu vermeiden. Dieses Engagement muss auf der Seite der Investitionskosten berücksichtigt werden. &#8222;Geschieht dies nicht, könnten sich die Investitionen in die Sicherung der Versorgung ins Gegenteil verkehren. Dafür muss es Lösungen im Transformationsprozess geben&#8220;, betont Radbruch. </p>
<p style='font-size: 12px'>Pressekontakt:<br />Medizin &amp; PR GmbH &#8211; Gesundheitskommunikation<br />
Barbara Kluge | Eupener Straße 60, 50933 Köln<br />
E-Mail: barbara.kluge@medizin-pr.de | Tel.: 0221 / 77543-12Melanie Kanzler | Verbandsdirektorin<br />
E-Mail: kanzler@dekv.de | Tel.: 030 200 514 19 0<br />
Original-Content von: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV), übermittelt durch news aktuell<br />Quelle: <a href="https://www.presseportal.de/nr/126495" target="_BLANK" rel="noopener">ots</a></p>
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