Meisterklassen der Hörakustik trainieren mit Ohrsimulator / Campus Hörakustik investiert in modernste digitale Ausstattung

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Lübeck/Mainz (ots) –

Als erste Bildungseinrichtung bundesweit setzt die Akademie für Hörakustik (afh) in Lübeck eine lebensnahe Ohr-Nachbildung in der Ausbildung ein. Manuelle Arbeiten, wie das Entfernen von Cerumen oder InSitu/Audio-Messungen zur Hörsystemanpassung, können ab sofort ohne Probanden trainiert werden. Die Technologie wurde vom Programm „Digitalisierung in überbetrieblichen Bildungsstätten“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

„Um den hohen Qualitätsstandard in der Ausbildung zu sichern, treibt der Campus Hörakustik als bundesweit zentrale und weltweit größte Ausbildungsstätte des Hörakustiker-Handwerks die Digitalisierung konsequent voran und investiert kontinuierlich in modernste digitale Ausstattung,“ erklärt Marianne Frickel, Hörakustikmeisterin und Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). „Die Anfertigung von Ohrabformungen, InSitu-Messungen oder auch die Cerumen-Entfernung sind gefahrengeneigte Tätigkeiten direkt im Körper der Kunden. Der Hörakustiker arbeitet hier am und im Ohr, einem extrem sensiblen Organ. Dementsprechend sind die strikte Meisterpflicht, Vorsicht und Verantwortung, vor allem aber eine gute Ausbildung entscheidend,“ führt Frickel aus.

Die Ohrsimulatoren kommen zunächst vor allem in der Meistervorbereitung zum Einsatz. Parallel wird auch die Verwendung in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) erprobt. Die afh unterstreicht mit dieser deutschlandweit erstmalig eingesetzten Technologie ihre Rolle als zentrales Kompetenzzentrum der Hörakustik und setzt fortlaufend Maßstäbe für Aus- und Weiterbildung im In- und Ausland.

Wer selbst einen Blick auf das innovative Lehrmittel der Akademie für Hörakustik werfen möchte, kann dies auf dem Internationalen EUHA-Kongress 2022 vom 12. bis 14. Oktober 2022 im Messezentrum Hannover am Stand des Campus Hörakustik (#306) tun.

Inneneinsichten mit Kamera und Mikrofon

Wie schult man praxisnah und trotzdem sicher? Hier sind Aufsicht und Kontrolle durch erfahrene Hörakustik-Dozenten entscheidend, die alle Arbeitsschritte genau überprüfen und bei Gefährdung rechtzeitig einschreiten. Zugleich müssen die Lernenden genug Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten und die Übungssituation haben.

Lebensnahe Simulatoren bieten ein ideales Übungsumfeld. Mit der im Ohrsimulator eingebauten Kamera können die Dozierenden die Arbeit der Auszubildenden „von innen“ beobachten und direkt Rückmeldung geben. Dies ermöglicht eine lückenlose Beobachtung bis in Detail.

Hintergrund zum Campus Hörakustik

Der Campus Hörakustik ist das zentrale Ausbildungs-, Fort- und Weiterbildungszentrum der Hörakustik in Deutschland. Im Rahmen einer international einmaligen Lernortkooperation der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) und der Akademie für Hörakustik (afh) unterrichten die afh und die LBS seit 1972 gemeinsam auf dem Campus zukünftige Hörakustiker und Hörakustikerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet in Theorie und Praxis. Auch die Zwischen- und Gesellenprüfungen sowie Meisterkurse und -prüfungen finden auf dem Campus statt. Der Campus Hörakustik und die duale Hörakustik-Ausbildung haben weltweit Vorbildcharakter.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit über 7.200 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Die Versorgungsqualität im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestätigt die größte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgeführte Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung in Deutschland. Rund 90 Prozent der Versicherten waren „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation. Und das unabhängig davon, ob der Versicherte eine mehrkostenfreie Versorgung gewählt oder eine private Zuzahlung geleistet hat.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen u.v.m. zuständig. Er berät zu Gehörschutz, Tinnitus und allem rund ums Hören.

Pressekontakt:
Michael Skwarciak, M.A. (biha), [email protected]
Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots