Medizinische Hilfe für Haiti: Die nph Kinderhilfe bündelt Kräfte vor Ort / Umfassende Hilfe durch medizinische Teams von nph Haiti und der nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc.

Karlsruhe (ots) – nph ist seit 1987 in Haiti und verfügt daher über die entsprechenden Strukturen und Netzwerke, um schnell Hilfe leisten zu können – auch und gerade in den entlegenen ländlichen Gebieten -, die von klassischen Nothilfeorganisationen oft nicht erreicht werden. „nph Haiti und vor allem unsere Schwesterorganisation Fondation St. Luc arbeiten schon seit langem in den betroffenen Gebieten. St. Luc betreibt im Süden Haitis Schulen und Gesundheitsstationen. Ein medizinisches Team, das in der Gegend zu Check-ups an Schulen unterwegs war, begann noch am Tag des Bebens das Ärzteteam im Krankenhaus im stark betroffenen St. Louis du Sud zu unterstützen und Verletzte zu versorgen. Mit den Menschen vor Ort zu sein, ist unsere Stärke und ermöglicht schnelle, konkrete Hilfe. Unsere Netzwerke vor Ort helfen uns auch beim Transport der Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete: Kommen die Lastwagen nicht durch, weil Straßen und Brücken zerstört sind, so sind schnell Menschen mobilisiert, die Hilfsgüter umzuladen und weiter zu transportieren. So konnte gleich ab dem Tag des Bebens, der Bedarf an Hilfsleistungen eruiert werden und eine zielgenaue Hilfe an die Menschen gelangen, die für sie zunächst am vordringlichsten ist“, so Heidrun Mürdter, Vorständin der nph Kinderhilfe mit Sitz in Karlsruhe.

Neun Tage ist das Erdbeben im Süden Haitis nun her, und seit neun Tagen ist nph gemeinsam mit seiner nph Schwesterorganisation St. Luc vor Ort aktiv, um die Not vor allem der Landbevölkerung zu lindern. Medizinische Teams beider Organisationen unterstützen die zusammengestürzten Krankenhäuser vor Ort und besuchen ländliche Gemeinden. Die Hilfe kam schnell, auch Wasser, Lebensmittel und anderen Notfallbedarf brachte nph schon am Tag nach dem Beben auf den Weg.

Nothilfe ist geleistet – was brauchen die Menschen jetzt?

Die Verzweiflung der Menschen ist groß – sie fühlen sich allein gelassen in den Trümmern ihrer Häuser und Hütten, sie campieren im Freien, sind hungrig und müde. Es ist also wichtig, sie weiter mit dem Nötigsten – Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamenten – zu versorgen, während im Hintergrund die Vorbereitungen für Wiederaufbaumaßnahmen aktiv laufen. Psychologische Unterstützung für diejenigen, die vom Erlebten traumatisiert sind. Bei manchen werden Erinnerungen an das große Beben 2010 wieder wach – und damit tiefsitzende Ängste.

Géhy Jean Noel ist bei nph Haiti aufgewachsen und ist heute stellvertretender Leiter von nph Haiti. Er hat einen Hilfstransport begleitet und schildert die desolaten Zustände entlang der zerstörten Straßen – Banden versuchen, Hilfsgüter zu erpressen: „Ich habe vor Ort Stadtteile besucht, in denen 80 Prozent der Häuser völlig zerstört oder beschädigt waren. Wir sahen Opfer auf den Straßen liegen, in ihren Augen war eine enorme Verzweiflung zu sehen. Wir brauchten keine Fragen zu stellen, wir konnten alles an ihren Gesichtern ablesen.“

So hilft nph gemeinsam mit seinen Partnern in Haiti

Der allgemeinen Verzweiflung setzen nph und die Schwesterorganisation Fondation St. Luc ihr Know-how und ihre Hilfe entgegen. Konkret umgesetzt werden in den kommenden Tagen und Wochen:

– nph Haiti unterstützt 50 Familien in Les Cayes und 100 Familien in Jérémie beim Wiederaufbau ihrer Häuser. Die Maßnahmen sollen nach Möglichkeit sofort starten. Je nach Standort und Bedarf rechnet das Team mit 1.500 bis 2.300 Euro Materialkosten pro Familie, um ein Dach und vier Wände wiederherzustellen. Sonja Smolka, Haiti-Expertin bei der nph-Kinderhilfe erläutert: „Es geht darum, den Familien zunächst schnell wieder ein Dach über dem Kopf und vier Wände zu errichten, so dass sie in Würde und Sicherheit leben können – bis sie irgendwann aus eigenen Kräften in der Lage sind, das Haus auszubauen“.
– Die nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc wird 250 Familien in abgelegenen ländlichen Gebieten beim Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützen.
– Die medizinischen Einsätze werden täglich fortgeführt, so lange es nötig ist. Die mobilen Kliniken leisten besonders im ländlichen Raum wertvolle Hilfe. Sie kommen schnell und flexibel dorthin, wo es sonst noch lange keine medizinische Versorgung geben würde.
– USAID fliegt schwerverletzte Patienten nach Port-au-Prince. Einige von ihnen werden im St.-Luc-Krankenhaus versorgt. Dieses Krankenhaus führt das Team der nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc.
– Das nph-Kinderkrankenhaus St. Damien nimmt derzeit viele Patienten aus dem Süden auf, weil dort viele Krankenhäuser aktuell nur Erdbebenopfer behandeln oder wegen großer Schäden gar nicht mehr handlungsfähig sind.

Der Bedarf an Hilfe in Haiti bleibt groß

Die Situation insgesamt gestaltet sich weiterhin sehr schwierig, besonders seit der Tropensturm Grace nur wenige Tage nach dem Beben Zelte und Notunterkünfte zerfetzte und mit seinen Regenmassen für Erdrutsche sorgte. Mehr als 60.000 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 76.000 weitere beschädigt. 266 Schulen sind zerstört und müssen restauriert oder instandgesetzt werden. Hier erweist sich der erdbebensichere Bau der Schulen der nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc als Segen für die Menschen, die dort Unterschlupf finden. Knapp 700.000 Menschen sind infolge des Erdbebens auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden berichten, dass die Bevölkerung dringend Zelte, Planen, Bettlaken, Holz, Wellblech, Trinkwasser, Lebensmittel und Hygiene-Kits benötigt.

Langfristige Arbeit und Jahrzehntelanges Wirken vor Ort ermöglicht rasche Nothilfe

nph und seine Partnerorganisationen in Haiti waren so schnell handlungsfähig, weil sie vor Ort nachhaltig und langfristig tätig sind. Aus dieser Nähe heraus und aus den Erfahrungen früherer Naturkatastrophen konnten sie bereits am Tag des Erbebens medizinische Hilfe im Katastrophengebiet leisten. Schon am Folgetag verließen die ersten Lieferungen mit Hilfsgütern die Hauptstadt Port-au-Prince. Seitdem produziert die Lehrwerkstatt von nph in der Hauptstadt auf Hochtouren Nudeln und Brot, das an die Menschen vor Ort verteilt wird. Das ist umso wichtiger, als Lebensmittel jetzt besonders knapp sind und die Preise in die Höhe schnellen.

Dazu kommt: Nur wer die Straßen kennt und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort hat, kann in Krisengebieten konfliktfrei wertvolle Hilfsgüter transportieren. Mit diesem Pfund kann nph – gemeinsam mit seiner lokalen nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc – wuchern.

Nichts gelernt seit dem großen Beben? – Bei nph schon!

Viele Menschen in Haiti sind verzweifelt, weil immer wieder Erdbeben und tropische Stürme das zerstören, was sie sich als Lebensgrundlage aufgebaut haben. Die Regierung, so sagen sie, zieht keine Schlüsse aus den wiederkehrenden Katastrophen. nph, seit Jahrzehnten in Haiti tätig, legt Wert darauf, nachhaltig zu arbeiten und vor allem seine Infrastruktur den Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

Beispiele dafür: Die Gebäude von nph sowie die Schulen der nph Schwesterorganisation Fondation St. Luc sind erdbebensicher gebaut. Die Vorgehensweise hat sich bewährt: Im Katastrophenfall dienen die Gebäude auch als Notunterkünfte. Die bereits erwähnten engen Netzwerke in den Regionen, in denen nph und St. Luc aktiv sind, helfen dabei, bedarfsgerecht Unterstützung zu geben. Das kann bedeuten, Fischern neue Boote schreinern zu lassen oder einem Imker neue Bienenvölker zur Verfügung zu stellen.

Links:

1. Zur Landingpage: https://www.nph-kinderhilfe.org/erdbeben-haiti
2. Nochmal einzeln: https://ots.de/VhANC7

Pressekontakt:
Agathe E. Freudl
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.
Tullastr. 66, 76131 Karlsruhe
0721-35440-133
[email protected]
www.nph-kinderhilfe.org
Original-Content von: nph Kinderhilfe Lateinamerika e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Tanja Schillerhttps://natko.de
Mein Name ist Tanja Schiller. Ich bin 28 Jahre alt und gehe hier bei NATKO meiner Berufung, dem redaktionellen Schreiben, nach. Dabei will ich Ihnen dem Leser nicht nur aktuelle News vermitteln, sondern auch Produkte auf Herz und Nieren testen und schauen, ob sie wirklich halten was sie versprechen!

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