„Keine zwei Klassen von Geflüchteten!“ – SOS-Kinderdörfer fordern Gleichbehandlung aller notleidenden Menschen aus der Ukraine

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München (ots) –

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich mit Nachdruck für die Gleichbehandlung aller Menschen ein, die vor dem Krieg aus der Ukraine flüchten. Lanna Idriss, Vorständin der Hilfsorganisation, sagt: „Es kann nicht sein, dass wir hier Unterschiede machen und Geflüchtete in die 1. und 2. Klasse einteilen.“ Idriss hat sich selbst ein Bild vor Ort gemacht. „Mit Entsetzen musste ich beobachten, wie sowohl an der deutschen als auch an der polnischen Grenze Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung diskriminiert wurden. Das ist untragbar!“, sagt sie.

Die Berichte über Diskriminierungen häuften sich und würden von vielen Seiten bestätigt. So seien etwa Menschen dunkler Hautfarbe an der Ausreise aus der Ukraine gehindert worden oder es sei ihnen die für Ukraine-Geflüchtete kostenlose Bahnfahrt von Polen nach Deutschland verweigert worden. Seit Ausbruch des Krieges sind nach UN-Schätzungen etwa 210.000 Drittstaaten-Angehörige aus der Ukraine geflohen, darunter auch zahlreiche internationale Studierende. Die Studierenden kommen hauptsächlich aus Indien (23,6 %),Marokko (11,5 %), Turkmenistan (7 %), Aserbaidschan (6%) und Nigeria (5%).

Auch ukrainische Angehörige der Roma würden vielerorts Ressentiments zu spüren bekommen, so sei ihnen zum Teil der Zugang zu Notunterkünften verwehrt worden. Ebenso würden russischsprachige Menschen in vielen Ländern aktuell pauschal verurteilt und angefeindet.

Idriss sagt: „Das muss sofort aufhören! Jeder Mensch in Not muss die Hilfe bekommen, die ihm zusteht, egal, welche Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder Herkunft er hat. Rassismus und Diskriminierung haben hier keinen Platz.“ Angesichts des brutalen Krieges sei es wichtiger denn je, sich für ein friedliches Miteinander und für Völkerverständigung einzusetzen.

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder, junge Erwachsene und Familien aus der Ukraine, unbeirrt ihres Hintergrundes, darunter auch geflüchtete Studierende aus Drittstaaten. Zum Beispiel steht die Hilfsorganisation in Rumänien Studierenden aus Nigeria zur Seite. Auch in der Ukraine selbst, ihren Anrainerstaaten, sowie weiteren europäischen Ländern erhalten schutzbedürftige Menschen – unabhängig von ihrer Nationalität, Identität oder Hautfarbe – Unterkunft, Betreuung, finanzielle und psychologische Hilfe.

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Quelle: ots