Karriereweg Orthopädietechnik / „Das Beste an meinem Beruf ist, Menschen zu helfen und passgenaue, individuelle Lösungen für sie zu finden!“

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Bayreuth (ots) –

Noch immer sind die typischen Rollenbilder und Klischees in unserer Gesellschaft tief verankert – und bestimmen die Berufswahl Jugendlicher. Durch praktisches Erleben in Unternehmen erhalten Jungen wie Mädchen am 25. April 2024 beim „Girls‘ Day & Boys‘ Day“ deutschlandweit die Möglichkeit, Berufe und Arbeitsfelder kennenzulernen, in denen traditionell das andere Geschlecht vertreten ist. Das Ziel: Geschlechterklischees aufzubrechen und die Zukunft selbstbestimmt anhand der persönlichen Stärken sowie Interessen zu planen. Auch Jacqueline Neubrand (29 Jahre) hat sich für einen Beruf entschieden, in denen Frauen unterrepräsentiert sind: Orthopädietechnik-Mechanikerin. Im Interview mit dem Medizinprodukte-Hersteller medi berichtet sie über ihre Entscheidung für einen technischen Beruf und ihren Alltag im Sanitätshaus Ilse.

Liebe Frau Neubrand, wie sind Sie zu Ihrem Beruf Orthopädietechnik-Mechanikerin gekommen?

„Mittlerweile gibt es für Jugendliche viele gute Möglichkeiten, sich über Ausbildungsberufe und Studiengänge zu informieren, sei es auf Online-Portalen, bei Ausbildungsmessen, Bewerbertrainings in Schulen oder Berufsberatung bei Servicestellen. Ich habe die Inspiration für meine Entscheidung allerdings aus meinem privaten Umfeld erhalten: Die ehemalige Nachbarin meiner Eltern ist Orthopädieschuhtechnikermeisterin und hat mir angeboten, bei ihr im Betrieb ein Praktikum zu machen – und das hat mir extrem gut gefallen.“

Was genau daran?

„Das Aufgabenspektrum ist sehr vielseitig, spannend und anspruchsvoll – und ich habe mich mit meinen Interessen und Fähigkeiten voll wiedergefunden. Ich wollte einen Job, bei dem ich nicht nur am Schreibtisch sitze, sondern der facettenreich und variabel ist. Mich hat einerseits der technische Aspekt und die handwerkliche Arbeit fasziniert, andererseits wollte ich mit Menschen arbeiten. Gerade die Kombination zwischen Tradition, modernsten Hightech-Materialien und direktem Kundenkontakt hat mich überzeugt. Vom ersten Beratungsgespräch über die Anfertigung des Hilfsmittels bis hin zur Anpassung bei Patient:innen – ich freue mich jedes Mal, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen eine bessere Lebensqualität schenken zu können. Ihnen zu helfen und passgenaue, individuelle Lösungen zu finden, ist das Beste an meinem Beruf! Zudem handelt es sich um eine wichtige Branche im Gesundheitswesen, die gute Zukunftsaussichten bietet und langfristige Perspektiven sowie Karrierewege eröffnet.“

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte man idealerweise mitbringen?

„In erster Linie ist ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Sozialkompetenz und Kommunikationsfähigkeit notwendig – insbesondere bei der Arbeit mit Prothetik-Patient:innen. Zudem ist es wichtig, Informationen diskret zu behandeln und sensible Situationen souverän zu managen – eine Prothese anzupassen oder zu übergeben, sollte beispielsweise in einem separaten Zimmer erfolgen. Ein offenes Ohr zu haben, anderen helfen zu wollen und keine Berührungsängste zu haben, sind gute Voraussetzungen. Darüber hinaus müssen Orthopädietechniker:innen technisch versiert sein sowie sorgfältig arbeiten. Auch die Arbeit am Computer gehört dazu, zum Beispiel einen Fußabdruck mit dem digitalen Scanner zu erstellen und daraufhin am PC eine CAD-Einlage zu konstruieren, die optimal auf die Bedürfnisse und Einsatzmöglichkeiten von Patient:innen abgestimmt ist.“

Wie läuft die Ausbildung ab?

„Es ist eine klassische Ausbildung im dualen System, die praktische Phasen im Betrieb beinhaltet und theoretischen Unterricht in der Berufsschule. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre; verkürzt werden kann sie bei einem höheren Schulabschluss wie der Mittleren Reife oder Abitur, herausragenden Leistungen in der Berufsschule oder einer vorherigen Ausbildung. Auf dem Stundenplan stehen fachspezifische Inhalte wie Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Rehabilitationstechnik, aber auch Fächer wie Deutsch und Mathe. Ergänzt wird das theoretische Fachwissen durch die Praxisarbeit im Betrieb, wo Auszubildende den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen lernen, orthopädische Hilfsmittel herstellen oder bestehende anpassen und warten.“

Wie wichtig ist eine patientenindividuelle Beratung im Sanitätshaus?

„Eine persönliche und umfassende Beratung ist der Schlüssel, um Patient:innen mit einem passgenauen und auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Hilfsmittel zu versorgen. Als Fachkraft muss ich mich mit Patient:innen ausführlich auseinandersetzen und ihnen zuhören, was sie möchten beziehungsweise brauchen. Für einen Ersttermin planen wir genügend Zeit ein. Wird eine Einlage benötigt, erfolgt in der Regel ein Schaumabdruck oder ein statischer 2D-Scan – optional bieten wir auch eine dynamische Ganganalyse an. Ein Beispiel: Kommt eine ältere Dame mit der Diagnose Spreizfuß zu uns, die einen Großteil ihres Alltags zu Hause in gefütterten Pantoffeln verbringt, brauche ich keine Weichschaum-Einlage in Betracht ziehen – auch wenn es die ideale Versorgung für sie wäre. Denn durch die dicke Einlage passen ihre Füße nicht mehr in ihre Pantoffeln und anderes Schuhwerk wird sie kaum tragen. Das Therapieziel wäre somit verfehlt. Wichtiger ist in diesem Fall zum Beispiel eine Einlage anzubieten, mit der sich die Patientin wohlfühlt und die sie gerne trägt. In jedem Fall wäre hier eine ärztliche Rücksprache zum Rezept notwendig. Als Fachkraft muss ich mich auf die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen einstellen und mich so gut es geht in ihre Lage versetzen können.“

Zum Abschluss: Was raten Sie Jugendlichen, die nach einer geeigneten Ausbildung suchen?

„Wir alle haben Talente – manche fallen sofort ins Auge, andere müssen erst entdeckt werden. Dafür sind Praktika und Aktionstage, wie der Girls‘ Day & Boys‘ Day eine gute Gelegenheit, Berufe näher kennenzulernen, für die sich Jugendliche vorher vielleicht nicht interessiert hätten – oder die eher untypisch für ihr Geschlecht sind. Jede:r sollte offen sein für Tätigkeitsfelder, in denen die Geschlechterverteilung noch nicht ausgeglichen ist wie technische oder naturwissenschaftliche Berufe für Mädchen sowie soziale oder pflegende Berufe für Jungen. Dadurch erhalten Unternehmen auch neue Perspektiven und Lösungsfindungen, die langfristig mehr Erfolg bringen und das Unternehmen voranbringen!“

Liebe Frau Neubrand, herzlichen Dank für das Interview und die Einblicke in Ihren beruflichen Alltag!

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Quelle: ots