Erfolgreiches erstes Windensymposium der DRF Luftrettung / Expertenaustausch führt zu mehr Sicherheit im Windenbetrieb

Filderstadt (ots) –

Durch einen Austausch praktischer Erfahrungen zwischen Betreibern und Herstellern kann die Sicherheit des Windenbetriebs entscheidend vorangebracht werden, so das Fazit des 1. Internationalen Windensymposiums der DRF Luftrettung. Denn die Vorträge und Diskussionen, an denen sich vom 2. bis 3. September im Operation Center der Luftrettungsorganisation rund 70 Experten beteiligten, zeigten deutlich, dass sich zentrale Aspekte des Windenbetriebs im Spannungsfeld zwischen Qualitätsstandards, behördlichen Vorgaben und dem komplexen Einsatzalltag bewegen. Dies unterstrichen eindrucksvolle Vorträge aus der Praxis, beispielsweise zur Rettung im hochalpinen Gelände oder aus dem Hochwassergebiet Ahrtal ebenso wie die praktische Windenvorführung der DRF Luftrettung.

„Safe.Hoist.Operation.“ – unter diesem Motto stand das 1. Internationale Windensymposium, zu dem die DRF Luftrettung vergangene Woche an ihr Operation Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden eingeladen hatte. Wie kann die Sicherheit beim Einsatz der Rettungswinde verbessert werden? Welche Entwicklungen prägen den Markt? Von welchen neuen Rettungstechniken können Hubschrauberbesatzungen und Patienten profitieren? Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich rund 70 Piloten, Techniker und Ausbilder aus Europa, Nordamerika und Australien im Rahmen von 15 Fachvorträgen.

Hand in Hand für einen sicheren Windenbetrieb

„Mit dem Symposium hat die DRF Luftrettung eine bislang in Europa einmalige Plattform für intensiven Erfahrungsaustausch geboten – mit dem Ziel, die Sicherheit im Windenbetrieb weiter zu erhöhen“, erläutert Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, die Zielsetzung des Symposiums. „Der damit initiierte Austausch ist für uns eine Herzensangelegenheit. Zum Wohl der Menschen, deren Leben im Einsatz mit der Winde wortwörtlich an einem Seil hängt, möchten wir den Windenbetrieb, Hand in Hand mit allen Beteiligten, stetig weiterentwickeln und eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen.“

Neuheiten: Europäische Regularien und Winde für die H145 mit Fünfblattrotor

Einen wesentlichen Pfeiler dieser Brücke stellen die behördlichen Vorgaben dar. Mit großem Interesse nahm das Fachpublikum daher die erstmals von der europäische Behörde vorgestellten, neuen Baumeistervorschriften für den Windenbetrieb in Europa auf. Die Regularien, die für Hersteller wie Betreiber verbindlich sind, gelten als wegweisend für die Neukonstruktionen der Winden in Europa.

Innovationen und Weiterentwicklungen stellen einen weiteren Pfeiler für die Sicherheit dar, z.B. die neue Winde für die H145 mit Fünfblattrotor. So stellten auf dem Symposium die Hersteller Airbus Helicopters, Vincorion und Collins Aerospace erstmals potenzielle Zulassungskandidaten der neuen Winde vor, die ab Januar 2023 verfügbar sein sollen. „Diese Entwicklung verfolgt auch die DRF Luftrettung gespannt – als europaweit erste Luftrettungsorganisation, die Anfang Januar die H145 mit Fünfblattrotor in Dienst gestellt hat“, verdeutlicht Dr. Krystian Pracz.

Einsatzbeispiele: von der alpinen Rettung bis zur Hochwasserkatastrophe

Von den behördlichen Vorgaben und Entwicklungen der Hersteller schlug das Symposium eine Brücke zum praktischen Einsatzalltag mit Fachvorträgen wie dem der Mountain Rescue South Tyrol: Mit welchen Stressoren ist die Crew im täglichen Einsatz konfrontiert? Ein Beispiel dafür sind die starken Temperaturunterschiede – oftmals bis zu 20 Grad zwischen Hubschrauberstation und hochalpinem Einsatzort. Sind die Einsatzkräfte dafür und für andere Herausforderungen adäquat ausgerüstet? Der Referent appellierte an die Betreiber, ihre Ausrüstung unter diesem Gesichtspunkt zu überprüfen. Denn eine Optimierung der Ausstattung trage dazu bei, den Stresslevel zu senken.

Dass die Winde oftmals das einzige Mittel ist, um Menschenleben zu retten, zeigte der Beitrag der Polizeihubschrauberstaffel Hessen zur Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Betretene Stille herrschte im Vortragsraum, als Pilot Stefan Bustert über die Ausmaße der Katastrophe und die dramatische Rettung von Familien und Kindern, von berührenden menschlichen Schicksalen und von den Herausforderungen im Einsatz berichtete. Wichtige Lehren, die er aus diesen Einsätzen zog, waren die große Bedeutung von Trainings und Standardisierungen.

Einen praktischen Einblick in ihre eigene hohen Standards gab die DRF Luftrettung, die mit ihren Tochterunternehmen acht Hubschrauber mit Winde in Deutschland, Österreich und Liechtenstein betreibt, durch eine Windenvorführung vor Ort: vom Anflug an eine Einsatzstelle, dem Umsteigen des Windenoperators während des Flugs vom Cockpit in die Kabine, dem Abseilen des Bergretters bis hin zum Hochziehen des Bergretters mit dem Bergesack in den Hubschrauber. „Mit den unterschiedlichen Vorträgen und der abschließenden Windenvorführung ist es uns gelungen, einen regen, praxisnahen Austausch anzustoßen, an dem wir – auch aufgrund des überaus positiven Feedbacks der Teilnehmer – in Zukunft festhalten möchten“, resümiert Dr. Krystian Pracz abschließend.

Ausführliche Hintergrundinformationen zur Windenrettung: https://ots.de/tI399P

Über die DRF Luftrettung

Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. An 29 Stationen in Deutschland leistet die gemeinnützige Organisation Einsätze in der Notfallrettung und führt Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken durch. An elf dieser Stationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an drei Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patientinnen und Patienten aus dem Ausland zurück.

Zur DRF Luftrettung gehören seit 2001 die österreichische ARA Flugrettung mit zwei Stationen sowie seit 2019 die Northern Helicopter GmbH, die an drei Stationen Einsätze in der Luft- und Wasserrettung leistet. Außerdem ist die DRF Luftrettung im Netzwerk der AP³ Luftrettung an einer Station in Balzers/Liechtenstein beteiligt. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung und ihre Tochterunternehmen 39.971 Einsätze im Jahr 2020.

Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Weit über 400.000 Fördermitglieder weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.

Mehr Informationen unter www.drf-luftrettung.de

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Quelle: ots

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