„Die Inzidenz war für die Politik eben bequem“ / Der Medizinstatistiker Gerd Antes erklärt, warum es „schädlich“ sei, sich nur an der Inzidenz zu orientieren – und was die Alternative ist

Baierbrunn (ots) – Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen in die Beurteilung der Pandemie-Lage einbezogen werden – „sehr spät“ sagt Medizinstatistiker Gerd Antes in einem Interview auf apotheken-umschau.de. Denn die Inzidenz als alleiniger Faktor ergibt für den ehemaligen Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums keinen Sinn.

„Die Inzidenz war noch nie ein alleiniger guter Steuerungsparameter – er war eben für die Politik sehr bequem“, sagt Gerd Antes. Sich alleine daran zu orientieren, sei „geradezu schädlich“. Bereits seit Herbst predige er, auch die Lage in den Krankenhäusern in die Bewertung des Pandemiegeschehens einzubeziehen.

Ökonomischer, psychischer und medizinischer Schaden

Denn: „Inzwischen ist es – durch den deutlichen Impferfolg – tatsächlich schädlich, weil die Risikoverhältnisse völlig verschoben sind und darauf beruhende Gegenmaßnahmen ernsthaft falsch sein können“, sagt Antes. Durch das lange Zögern könne ein unheimlicher Schaden angerichtet worden sein, und zwar ökonomisch, psychisch, und medizinisch. „Das hätte man sich sparen können, wenn man den richtigen Zahlen rechtzeitig mehr Bedeutung gegeben hätte.“

Das ganze Interview mit Professor Gerd Antes lesen Sie auf apotheken-umschau.de:

https://ots.de/bru1EF

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Quelle: ots

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