Campus Hörakustik bildet Pädakustiker aus: Spezialisten fürs Kindergehör

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Lübeck / Mainz (ots) –

Rund 500.000 Kinder in Deutschland sind von Schwerhörigkeit betroffen. „Eine Hörstörung frühzeitig mit einem Hörsystem auszugleichen, ist wichtig für die Entwicklung von Kindern, insbesondere für das Erlernen von Sprache. Dafür gibt es auf das Kindergehör spezialisierte Hörakustikerinnen und Hörakustiker, die sogenannten Pädakustiker“, erklärt Siegrid Meier, Dozentin für Pädakustik an der Akademie für Hörakustik (afh).

Als Teil des Campus Hörakustik in Lübeck gehört die afh zur weltweit größten Aus- und Weiterbildungsstätte des Hörakustiker-Handwerks. Dort eignen sich Hörakustikerinnen und Hörakustiker in Fortbildungen zum Pädakustiker besondere Kenntnisse für die Hörsystemversorgung von Kindern an. Auch englischsprachige Pädakustik-Kurse für Fachleute aus dem Ausland werden an der afh durchgeführt. Im Praxisunterricht wird der Umgang mit den jüngsten Patienten geübt, um genaue Messdaten zu ihrem Hörvermögen erheben zu können. Das ist wichtig, denn Säuglinge und Kleinkinder können noch nicht sagen oder einschätzen, wie gut sie hören. Spezielle spielerische Tests und Messmethoden sind erforderlich sowie das genaue Wissen über das empfindliche Kindergehör, um den Grad der Schwerhörigkeit genau ermitteln und ein Hörsystem individuell bestmöglich anpassen zu können. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Je nach Alter und Entwicklungsstufe braucht es unterschiedliche Methoden, um ihre Aufmerksamkeit für den Zeitraum zu binden, in dem die Messungen des Gehörs durchgeführt werden“, so afh-Dozentin Meier. Dafür kommen unter anderem sprechende Handpuppen, bunte Bauklötze oder ein blinkender Teddy zum Einsatz.

„Wichtig ist, dass Kinder und ihre Eltern möglichst immer mit einem positiven Gefühl vom Pädakustiker nach Hause gehen. So fällt es von klein auf leichter, sich an das Hörsystem als selbstverständlichen Begleiter im Alltag zu gewöhnen“, sagt Siegrid Meier. Auch das kindgerechte Aussehen von Hörsystemen kann dazu beitragen, dass sie schneller akzeptiert werden. „Vom rosa Einhorn bis zum blauen Delfin oder einfach in der Lieblingsfarbe, Kinder mögen bunte Hörsysteme, mit denen sie sich identifizieren können“, weiß Siegrid Meier aus ihrer langjährigen Erfahrung als Pädakustikerin. Wie man Ohrpassstücke für Hörsysteme individuell anfertigt, lernen Hörakustiker in ihrer Ausbildung am Campus Hörakustik und können so auch Sonderwünsche erfüllen. Derzeit gibt es bundesweit rund 1.000 auf Kinder spezialisierte Hörakustikerinnen und Hörakustiker. Pädakustiker in Wohnortnähe finden sich über die Website www.hoerakustiker-suche.de.

Hintergrund zum Campus Hörakustik

Der Campus Hörakustik ist das zentrale Ausbildungs-, Fort- und Weiterbildungszentrum der Hörakustik in Deutschland. Im Rahmen einer international einmaligen Lernortkooperation der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) und der Akademie für Hörakustik (afh) unterrichten die afh und die LBS seit 1972 gemeinsam auf dem Campus zukünftige Hörakustiker und Hörakustikerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet in Theorie und Praxis. Auch die Zwischen- und Gesellenprüfungen sowie Meisterkurse und -prüfungen finden auf dem Campus statt. Der Campus Hörakustik und die duale Hörakustik-Ausbildung haben weltweit Vorbildcharakter.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. In über 7.000 Hörakustiker-Betrieben versorgen 15.000 Hörakustiker bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Die Versorgungsqualität im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestätigt die größte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgeführte Befragung zur Hörsystemversorgung. Rund 90 Prozent der Versicherten waren „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit ihrer individuellen Versorgungssituation. Und das unabhängig davon, ob sie eine mehrkostenfreie Versorgung gewählt oder eine private Zuzahlung geleistet haben.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker u.a. auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachjustierungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Er berät zudem zu Gehörschutz, Tinnitus und allen Themen rund ums Hören.

Pressekontakt:
Michael Skwarciak, M.A. (biha), [email protected]
Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots