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Positionspapier der EBU zum Beginn der Trilogverhandlungen zum European Accessibility Act

Die Europäische Blindenunion (EBU) begrüßt die Miteinbeziehung des Tourismus in den Richtlinienentwurf der Europäischen Kommission zur Angleichung der Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen (European Accessibility Act, EAA). Eine Öffnung von Fremdenverkehrsdienstleistungen für 80 Millionen Europäer mit Behinderungen schafft einen deutlichen grenzüberschreitenden Bezug der Richtlinie. Zudem schaffen verständliche Beherbergungsstandards Wettbewerbsgleichheit auf dem Kontinent. Zur gleichen Zeit bietet diese Erweiterung die Möglichkeit, die Anforderungen nach Artikel 30(1)(c) der UN-BRK (Freizeit und Erholung) zu erfüllen.

Außerdem mahnt die EBU weiteren Verbesserungen in anderen Bereichen an und nimmt in Ihrem Positionspapier Stellung:

„Es ist zum Beispiel nicht ausreichend, Barrierefreiheit von Bankautomaten ausschließlich über die Nutzung zweier Sinneskanäle zu definieren. Selbst wenn ein solches Terminal hervorgehobene Tasten haben und so gemeinsam mit dem Sehsinn auch den Tastsinn berücksichtigen sollte, ist es dennoch für blinde und sehbehinderte Nutzer unzugänglich. Die 30 Millionen Europäer mit dieser Einschränkung benötigen hier für volle Barrierefreiheit zudem die Möglichkeit einer Sprachausgabe oder der Anpassung von Schriftgröße und Kontrast. Solche Details müssen zum Zweck vollumfänglicher Barrierefreiheit in die Anhänge aufgenommen werden.“

„Ein EAA ohne verbindliche Regelungen zur baulichen Umgebung stellt eine schwache und letztlich ineffektive Richtlinie dar. Personen mit funktionellen Einschränkungen, einschließlich der 80 Millionen Europäer mit Behinderungen, können nicht von barrierefreien Bankautomaten profitieren, wenn sich diese in einer nicht barrierefrei errichten Bank befinden. Ebenso können wir nicht von barrierefreien Fremdenverkehrsdienstleistungen profitieren, wenn Flughäfen und Bahnhöfe weiterhin gebaut werden, ohne Barrierefreiheit zu berücksichtigen.“

Die NatKo teilt die Forderung nach verbindlichen Regeln zur baulichen Umgebung seitens der EBU und setzt sich für ein Zusammenwirken im Sinne der Inklusion ein.