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Magazin über Barrierefreiheit in Österreich

Gabana, die Agentur für Barrierefreiheit in Österreich, gibt unter anderem einmal jährlich ein Magazin heraus, in dem neben den Schwerpunktthemen Bauen und Umbauen auch ausgewählte barrierefreie Reiseziele präsentiert werden. Bis die nächste Ausgabe im Juli 2018 erscheint, können Sie durch die bisherigen Ausgaben unter folgendem Link bequem online stöbern: http://www.gabana.net/magazin/.

Eigentümerin und Geschäftsführerin von Gabana ist Kornelia Grundmann. Sie studierte Architektur und ist beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige für barrierefreies Bauen in Österreich. Sie berät Tourismus- und Freizeiteinrichtungen sowie die Baubranche bei Planung, Umsetzung und Vermarktung von funktionaler, geschmackvoll gestalteter und trotzdem wirtschaftlich sinnvoller Barrierefreiheit. Kornelia Grundmann zählt zur Generation 50plus und ist, bedingt durch MS, selbst Rollstuhlnutzerin. „Lust auf Barrierefreiheit“ heißt ihr Buch, das sie im vergangenen Jahr am Tag des barrierefreien Tourismus auf der ITB vorstellte.

Rechtliche Durchsetzung von Barrierefreiheit – das Beispiel Österreich

Wie in Deutschland muss auch in Österreich jedem Menschen der Zugang sowie die Nutzung zu öffentlich zugänglichen Gebäuden gewährleistet werden, und zwar uneingeschränkt, in der allgemein üblichen Weise und ohne fremde Hilfe. „Dabei entstehen“, erklärt Frau Grundmann, „oft die ersten Missverständnisse. Denn das betrifft nicht nur öffentliche Gebäude, sondern alle Gebäude mit Publikumsverkehr, wie z.B. Büros, Hotels, Gaststätten, Arztpraxen, Geschäfte, öffentliche WCs usw. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, kann dies bereits Diskriminierung von Personen mit Behinderungen bedeuten. Im Gegensatz zu Deutschland haben diese Personen sowie Ihre Begleitperson in Österreich einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn der Tatbestand einer Diskriminierung vorliegt.“

Eine Diskriminierung wegen nichtvorhandener baulicher Barrierefreiheit würde laut Frau Grundmann vorliegen, wenn z.B. eine Gaststätte zwar schwellenlos erreichbar ist, diese jedoch über kein barrierefreies WC für Rollstuhlnutzer verfügt. Vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung muss in Österreich zunächst ein Schlichtungsverfahren durchgeführt werden. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Anspruch auf Unterlassung oder Beseitigung der Barrieren.