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Gelungene Veranstaltung in Deidesheim

Am 28. November 2017 trafen sich in Deidesheim im Rahmen einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Veranstaltung Vertreter der Tourismusbranche und Behindertenorganisationen zum Thema „Barrierefreies Planen und Bauen“ für touristische Leistungsträger.

Die Veranstaltung war so gut wie ausgebucht. Die Besucherinnen und Besucher kamen aus verschiedenen Branchen sowie aus der öffentlichen Verwaltung. Der größte Anteil der Teilnehmer ist im Bereich des Destinationsmanagements und –marketings und im Hotel- und Gaststättengewerbe aktiv. Die Teilnehmer kamen aus Hessen sowie aus verschiedenen rheinland-pfälzischen Destinationen. Somit konnte das Netzwerk an Leistungsträgern, die sich im Bereich des Barrierefreien Tourismus engagieren, gestärkt werden.

Als Tagungsort wurde das Hotel Ritter von Böhl gewählt, das selber nach „Reisen für Alle“ zertifiziert ist und augenscheinlich an einem geschichtsträchtigen Ort und in denkmalgeschützten Gemäuern Barrierefreiheit umsetzt. Frau Grüne, Leiterin der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen (in Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.), appelliert: „Jeder Mensch möchte am Leben selbstbestimmt teilhaben und sich aussuchen können wohin er in seiner kostbaren Freizeit verreist. Barrierefrei im Urlaub wohnen zu können ist eine der Grundvoraussetzungen.“

Herr Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH Deidesheim, äußerte sich im Gespräch mit Julia Marmulla, NatKo-Geschäftsstellenleiterin, zum Thema des Barrierefreien Tourismus. Gerne unterstützt die NatKo alle Destinationen bei der verlässlichen und zielgruppenorientierten Kommunikation. Besonders die Umsetzung von „Reisen für Alle“ spielt dabei eine erhebliche Rolle.

Julia Marmulla: Herr Wemhoener, wie würden Sie das Engagement der Stadt Deidesheim im Bereich des Barrierefreien Tourismus beschreiben?
Herr Wemhoener: Die Stadt Deidesheim ist die erste Stadt in Rheinland-Pfalz die Mitglied in der weltweiten Vereinigung der lebens- und liebenswerten Städte „cittaslow“ ist und gleichzeitig ein „Leuchtturm“ des Landes beim Thema Barrierefreiheit. Zum Konzept der cittaslow-Städte gehört u.a., dass alle wichtigen Bereiche der Stadt einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht werden. Verkehrsfreie Plätze sollen ergänzend als Ruhezonen und Kommunikationsplätze für alle Generationen dienen. Der an Geschwindigkeit zunehmende demografische Wandel, aber auch die gesetzlichen und gesellschaftlichen Veränderungen machen es aus meiner Sicht unumgänglich, dass Kommunen sich mit dem Thema „Barrierereduzierung“ seriös auseinandersetzen, womit wir in Deidesheim vor ca. sieben Jahren begonnen haben.

Julia Marmulla: Würden Sie sagen, dass sich Investitionen in den Barrierefreien Tourismus lohnen? Welchen Rat können Sie touristischen Leistungsträgern geben, die gerade überlegen, ob sie in Barrierefreiheit investieren sollen?
Herr Wemhoener: Auf mittlere Sicht zahlen sich die investierte Arbeitskraft sowie die finanziellen Investitionen zumeist aus!
Unsere Betriebe haben die Erfahrung gemacht, dass Gäste die auf bestimmte Kriterien der Barrierefreiheit angewiesen sind, sehr treue Gäste werden: wer sich als Gast wohlfühlt und merkt, dass der Gastgeber auf spezielle Gästebedürfnisse gerne eingeht, wird wiederkommen und seine guten Erfahrungen weitererzählen.
Leistungsträgern kann ich raten: Informieren/beraten lassen, sich nach finanziellen Förderprogrammen erkundigen und einfach irgendwo anfangen. Es können bereits Kleinigkeiten sein, die viel bewirken!

Julia Marmulla: Wie wird sich Deidesheim in der Zukunft aufstellen? Welche Pläne gibt es für den Barrierefreien Tourismus und die Vermarktung? Welche Rolle spielen dabei verlässliche Informationen über die vorhandenen Angebote?
Herr Wemhoener: Wir werden mit „Beharrlichkeit“ und Kreativität weiter daran arbeiten, eine möglichst geschlossene touristische Leistungskette mit möglichst wenigen Barrieren umzusetzen. Von der Anreise mit der Deutschen Bahn, einer zertifizierten Tourist-Information bis zu barrierefreien Zimmern, Restaurants, Vinotheken oder auch Spiel- und Freizeitanlagen haben wir schon einiges erreicht. Die „verlässliche und zielgruppenorientierte“ Kommunikation und Vermarktung der Angebote stellt für uns noch eine wichtige Herausforderung dar, bei der wir die Unterstützung von Partnern wie der NatKo sehr gut gebrauchen können!